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Maibockanstich im Hofbräuhaus

Der Bock ruft

Es ist das älteste Bockbier Münchens. Und es wird jedes Jahr im Frühling frisch gebraut: Der Maibock im Hofbräuhaus.

Bernsteinfarben ist er, bemerkenswert sanft, süffig und stark, ein Höhepunkt des Bierjahres und ein gesellschaftliches Ereignis. Denn wenn der bayerische Finanzminister und der Direktor der Brauerei Hofbräu München alljährlich in der letzten Aprilwoche zum Maibockanstich einladen, dann kommt alles was in Politik, Wirtschaft und Kultur Rang und Namen hat ins Hofbräuhaus am Platzl. Sicherlich, es geht gesellig zu beim „O´zapft is“. Aber wer nur Gemütlichkeit erwartet, der sehe sich vor: Zum Maibockanstich wird „abgerechnet“, da wird „derbleckt“ und so manche „Watschn“ an die „Großkopferten“ verteilt.

Das war damals so wie heute. Schon der Dichter Ludwig Thoma hat in seinen legendären „Filserbriefen“, die in den Jahren zwischen 1909 und 1912 veröffentlicht wurden, die Szenerie unnachahmlich festgehalten: „Das Minisderium war fohlzelig versambeld und isd keine Entschuldigung wegen Influenza eingelaufen, wie es sonst der Fahl isd, und sogar die geschtierzten Minisder sind dagewesen und hawen sich an dem Freibier bedeiligd.“

 

Maibockanstich 1956: Hofbräuhaus Wirt Franz Trimborn lässt einen echten Bock probetrinken.