Papa Benz –
moderne Wirtshauskultur im Herzen Schwabings
Mitten im Herzen von Schwabing hat das Papa Benz in gut einem Jahr geschafft, wovon viele Gastronomen träumen: Ein modernes Wirtshaus zu sein, das die Münchner genauso lieben wie Gäste aus aller Welt. Hinter dem Erfolg steht Co-Chef Dennis Dobry, der mit viel Erfahrung, Feingefühl und echter Serviceleidenschaft den Laden führt. Sein Anspruch: Jeder Gast soll sich fühlen, als würde er bei Freunden einkehren.
Dabei knüpft das Papa Benz an eine außergewöhnliche Geschichte an: Schon vor über 100 Jahren führte Friedrich „Papa“ Benz an genau dieser Adresse ein Lokal mit Kleinkunstbühne, auf der Legenden wie Liesl Karlstadt und Karl Valentin auftraten – mitten in der glanzvollen Ära der Schwabinger Bohème. Eine eiserne Gedenktafel am Gebäude erinnert bis heute an diesen Mythos, den das neue Papa Benz nun mit frischer Energie weiterleben lässt.
Ein Gespräch mit Dennis Dobry über Gastlichkeit, Anekdoten, Lieblingsgerichte – und warum im Papa Benz jeder Tag ein Neubeginn ist.
Dennis Dobry
Gastgeber und Geschäftsführer Papa Benz
Lieblings HB-Bier: Sommerzwickl
Lieblingsessen zum Bier: Schnitzel
Liebstes Reiseziel: Schweden und Dänemark
Liebstes Ausgleichs-Hobby: Fitness & Laufen
Sushi oder Leberkäs? Sushi
Wirtshaus oder Club? Wirtshaus
Tag- oder Nachtmensch? Tagmensch
Jeans oder Lederhose? Lederhose
Bayern München oder 1860? FC Bayern
Das Papa Benz ist seit November 2024 geöffnet und zählt schon JETZT zu den beliebtesten Wirtshäusern in Schwabing. Wie gelingt so ein erfolgreicher Start?
Wir sind wahnsinnig dankbar, gerade in dieser Zeit ein so großes Haus eröffnen zu dürfen – und dass es von Anfang an so gut angenommen wurde. Unser Erfolgsrezept ist ganz einfach: Der Gast steht bei uns immer im Mittelpunkt. Jeder soll eine richtig gute Zeit haben.
Dafür müssen viele kleine Details stimmen – von der Reservierung über persönliche Aufmerksamkeiten bis hin zur individuellen Betreuung. Hat jemand Geburtstag? Ist es ein Jubiläum oder ein Business-Dinner? Das greifen wir auf und machen etwas Besonderes draus. Das kostet Zeit, aber es schafft echte Beziehungen. Wir pflegen engen Kontakt zu unseren Stammgästen – wenn jemand länger nicht da war, bekommt er einen Newsletter und das Versprechen, dass das nächste Bier auf uns geht. Genutzt hat es noch keiner, aber gekommen sind sie alle.
Wichtig ist uns vor allem: Jeder Gast ist gleich wichtig. Egal ob jemand vier Stunden allein am Laptop sitzt oder eine zehnköpfige Gruppe ein Firmenevent feiert. Und ich begrüße die Gäste persönlich – klassische Servicekultur ist für mich keine Floskel, sondern Herzenssache.
Du warst zehn Jahre Geschäftsführer der Münchner Kult-Disco P1. Wie schafft man den Sprung vom Nachtleben zum Wirtshaus?
Das P1 war nach dem Abi meine erste Station – vom Gläserspüler bis zum Geschäftsführer. Es war eine prägende Zeit, in der ich unendlich viel gelernt habe. Ich bin mit der Eigentümerfamilie und meinem heutigen Geschäftspartner Sebastian Goller eng zusammengewachsen. Als sich durch Hofbräu München die Chance bot, das Papa Benz zu übernehmen, war sofort klar: Das machen wir gemeinsam. Sebastian kümmert sich ums P1 und ich um das Papa Benz – eine perfekte Aufteilung. Zwischendurch habe ich viele Weiterbildungen gemacht, war u. a. in einem renommierten Steakhaus tätig und habe den Sommelier abgeschlossen. Dazu reise ich viel – besonders nach Nordamerika – und schaue mir Gastronomie-Konzepte an. Dort ist Servicekultur auf einem extrem hohen Level, davon können wir uns einiges abschauen.
Der größte Unterschied zu früher? Die Uhrzeit. Die größte Gemeinsamkeit? Menschen wollen eine gute Zeit – egal ob im Club oder im Wirtshaus.
Wie würdest du nach rund einem Jahr Papa Benz eure Gäste beschreiben? Was schätzen sie besonders?
Unser Publikum ist unglaublich bunt – und das lieben wir. Wir haben Schwabinger Stammgäste, die unsere Bierkultur schätzen, aber genauso 20-jährige Studierende, Familien, ältere Stammgäste und Businesskunden von Allianz oder Munich Re, die mit internationalen Gästen kommen. Auch die Hotels in der Umgebung schicken Leute zu uns – die Concierges sind großartige Partner. Was die Gäste besonders mögen: ein Wirtshaus, das nicht zu urig ist, aber trotzdem Herz hat. Dazu leckeres Essen von vegetarisch bis klassisch, eine starke Weinkarte, spannende Drinks und gutes Bier.
Was macht das Papa Benz besonders? Was verbindet euch mit Hofbräu München? Und welche Gerichte sind die Favoriten?
Die Verbindung zu Hofbräu geht weit zurück: Franz Rauch, der Vater meines Partners Sebastian, hat früher viele Wirtshäuser betrieben und wollte diese Lokalität schon vor 20 Jahren übernehmen. Damals hat’s nicht geklappt – aber die Verbindung zur Brauerei ist geblieben. Und als ein neuer Pächter gesucht wurde, war klar: Des g’hört zum Franz. Unser Haus selbst lebt von gemütlichen Lieblingsplätzen – besonders begehrt ist das Podest, von dem man das ganze Lokal im Blick hat.
Kulinarisch setzen wir auf bayerische und österreichische Klassiker mit Qualität und Feinschliff. Alles wird frisch und inhouse gemacht, täglich abgeschmeckt, mit engen Partnerschaften zu unseren Lieferanten.
Unsere “Signatures”?
- In Bier eingelegtes Backhendl – ein Renner.
- Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat – ein Gedicht.
Dazu eine Bar, an der man wunderbar essen kann – mit guter Musik, lässiger Atmosphäre und einem frisch gezapften Hellen.
Events werden immer wichtiger in der Gastro. Welche Highlights gab’s schon – und was steht an?
Ein großes Highlight war definitiv die Vorstellung der Playmate 2025 im September – gemeinsam mit Playboy, Angermeier Trachten und Hofbräu München. Mit tollen Gästen und natürlich dem Hofbräu-Prachtgespann.
Die Wiesn-Zeit war ebenfalls sensationell. Nicht jeder geht jeden Tag aufs Oktoberfest, aber die Stimmung wollen die Leute trotzdem – und die bekommen sie bei uns. Da haben wir die Karte angepasst, die Musik umgestellt und natürlich Hofbräu Oktoberfestbier ausgeschenkt. Und auch sonst haben wir immer die saisonalen Hofbräu-Spezialitäten im Programm: besonders beliebt sind Sommer- und Winterzwickl.
An Spieltagen in der Allianz Arena brummt der Laden – erst essen und trinken, dann rüber ins Stadion. Und natürlich freuen wir uns riesig auf die WM! Champions League und Bundesliga laufen bei uns sowieso. Eine persönliche Verbindung zum Fußball gibt es auch, denn ich habe sechs Jahre bis zur U19 bei Bayern München gespielt. Einmal sogar gegen Philipp Lahm. Danach wusste ich: Profi werde ich in diesem Leben nicht mehr :).
Zum Wirtshaus gehören immer gute Geschichten. Hast du eine Lieblingsanekdote?
Oh ja – der Tag, an dem die Wiesn gesperrt wurde, war der Wahnsinn. Mittags hatten wir nur eine kleine Hochzeitsgesellschaft mit 20 Leuten da. Plötzlich, innerhalb von zehn Minuten, klingelte das Telefon ununterbrochen – 150 Leute wollten spontan zu uns. Ab 13 Uhr waren wir voll und hatten abends 300 Reservierungen. Als das Oktoberfest dann wieder geöffnet wurde, haben 250 Leute abgesagt. Ein kompletter Jojo-Effekt! Solche Tage zeigen: In der Gastronomie kann jeden Tag alles passieren. Manchmal steht auch spontan eine 70-köpfige Gruppe vor der Tür. Dann heißt’s: Ärmel hochkrempeln – wir schaffen das.
Ich habe das große Glück, ein Team zu haben, das seit Tag 1 dabei ist. Küche und Service ziehen unfassbar stark zusammen. Ohne die wäre das Papa Benz nicht das, was es heute ist.
Ob Wiesn-Wahnsinn, volle Spieltage oder ruhige Mittagstische – im Papa Benz zeigt sich jeden Tag, was echte Gastfreundschaft bedeutet. Dennis und sein Team schaffen einen Ort, an dem Tradition, Qualität und ein frisch gezapftes Hofbräu-Bier zusammenfindet. Wer einmal da war, spürt schnell: Hier wird Wirtshauskultur nicht gespielt, sondern gelebt. Und genau deshalb kommt man immer wieder gern zurück.